The Jungle Book

Nach Alice im Wunderland (2010), Maleficent – Die dunkle Fee (2014) und Cinderella (2015) erwartet uns diesen Frühling das vierte Realfilm-Remake eines beliebten Zeichentrickklassikers von Disney: The Jungle Book. Obwohl die Neuverfilmungen von Mal zu Mal besser wurden, bezweifelte ich, trotz guter Trailer, dass dieser Film auch nur annähernd an die Qualität des Originals heranreichen könnte. Ich wurde eines Besseren belehrt.
Regisseur Jon Favreu und Drehbuchautor Justin Marks schaffen es, die klassische Geschichte von Mowgli, dem von Wölfen im Dschungel aufgezogenen Waisenjungen, in einer Weise zu erzählen, die das Original respektiert und gleichzeitig den Schwerpunkt auf Thematiken legt, die heute relevant sind. Die klassischen Motive sind weiterhin vorhanden, doch werden sie ergänzt um neue, die eher den Nerv der Zeit treffen, wie etwa die Angst vor dem technischen Fortschritt. Die Macher gehen hier zwar wenig subtil, aber keineswegs einseitig vor, ähnlich wie es zuletzt auch Zootopia tat. The Jungle Book ist nicht sonderlich kompliziert oder komplex, es aber als stumpfen, belanglosen Film zu bezeichnen, täte ihm unrecht. Favreu und Marks vermitteln sowohl ihre Gedanken als auch die Geschichte auf einfach verständliche und dabei dennoch unterhaltsame Weise, wodurch es gelingt, dass The Jungle Book als klassischer Familienfilm funktioniert.

Wer der bewährten Geschichte rund um Mowgli und seine Freunde, darunter natürlich auch der beliebte singende Bär Baloo, nichts abgewinnen kann, der wird dennoch beim Schauen dieses Films aus dem Staunen nicht herauskommen. Bis auf Mowgli selber, der vom zwölfjährigen Neel Sethi gespielt wird, ist nichts was man sieht, real. Alles kommt aus dem Computer. Vom Panther Bagheera, über Mowglis Wolfsrudel, über die Bäume und die Steppen, nichts von all dem ist echt. Dennoch hat man das Gefühl der Film wäre tief im indischen Dschungel mit dressierten Tieren gedreht worden. Seit Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger war man von CGI nicht mehr so beeindruckt. Damals war es ein einzelner Tiger, der einen ins Staunen versetzte, dieses Mal ist es ein gesamter Dschungel inklusive kleiner und großer Bewohner. Bis auf einige wenige Ausnahmen ist die geschaffene Illusion perfekt und kommt besonders in 3D exzellent zur Geltung.

The Jungle Book ist wie das Original gruselig, lustig, emotional, spannend und sieht hervorragend aus. Angenehm erinnert das Gefühl den Film zu schauen daran, wie es war, zum ersten Mal einen der beliebten Disney Animationsklassiker zu sehen. Es gibt keinen Grund, diesen Film nicht im Kino zu sehen. Am besten mit der gesamten Familie.

 

 

Bild: Szenenbild aus „Das Dschungelbuch“ ©2016 Disney Enterprises

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